Von Bestsellern, Ausleihrennern und anderen Spitzenreitern

Die Wahl des Lesestoffes richtet sich bei mir gern nach Empfehlungen von Freunden oder den klugen Ratschlägen von Literaturexeperten in den Medien. Ich gebe zu, dass ich mich auch von den sogenannten Bestsellerlisten oder Verkaufsranglisten des Buchhandels beeinflussen lasse.
Vor kurzem mussten wir nun erfahren, dass die SPIEGEL-Bestsellerliste gar keine reine Verkaufszahlenliste ist, sondern dass die Spiegelredaktion im Ausnahmefall auch schon mal einen Titel von der Liste nimmt.
Ist das anmaßende Beeinflussung mündiger Bürger oder Schutz vor der Verbreitung historisch verfälschter Tatsachen?
Ich weiß es nicht und mag es nicht beurteilen. Das können Sie selbst.
Also verlasse ich mich auf das, was unsere Zahlen sagen und dort findet sich eine interessante Auswahl von Romanen und Sachbüchern, die in diesem Jahr bis jetzt die meisten Ausleihen haben.

                            

                            

Spitzenreiter gibt es übrigens auch bei unseren Lesern.
Die drei Bestleiher in diesem Jahr sind Männer im Alter von 29, 51 und 77 Jahren. Die beste Frau bringt es auf 589 Ausleihen und ist 49 Jahre alt.
Was sagt uns das?
Die Stadtbibliothek verfügt über ein reichhaltiges Angebot für alle Altersklassen.
Wir danken.
RK

Kopfkino

Wir alle kennen das: Man sieht einen Film, sieht was sich die Macher gedacht und wie sie ihre Vorstellungen auf, wie sagt man so schön, Zelluloid gebannt haben. Es gibt unzählige Beispiele, wo das meiner Meinung nach auch funktioniert hat, um eines mal zu nennen: Die "Herr der Ringe"-Trilogie von Peter Jackson (nebenbei, für die, die sich jetzt denken "könnte man sich ja mal wieder angucken!" -> hier entlang bitte!).
Genauso gibt es auch Gegenbeispiele, wie (meine Meinung!) "Jupiter Ascending" (hier entlang, um sich zu selbst ein Bild zu machen, sofern noch nicht geschehen!).

Aber ich schweife ab... Ich wollte auf etwas anderes hinaus: Wie oben gesagt, in Filmen bekommen wir die erzählten Universen/Welten in audiovisueller Ausformulierung dargeboten. Kürzlich allerdings entdeckte ich eine anderer Variante des Kinos für mich wieder: Das Kopfkino in Form von Hörbüchern und Hörspielen!
Lange habe ich mich schwer getan mit Hörbüchern. Ich neigte immer dazu, bei dem Versuch, konzentriert dem Sprecher zu lauschen, mehr oder weniger umgehend einzuschlafen. 
Hörspiele konnten mich da schon deutlich mehr fesseln (und wach halten!). Ich habe mich in den letzten Wochen durch etliche Stunden Hörspiele und -bücher gehört und muss mittlerweile zugeben, selbst Hörbücher fangen an, mir gut zu gefallen. Man kann aufräumen, putzen, oder was auch immer tun und nebenbei einer spannenden Geschichte lauschen.
Und viel interessanter, und um auf den Titel dieses Beitrages zurückzukommen, es entsteht (konnte ich bei mir selbst schon beobachten!) tatsächlich ein Kopfkino, der/die Sprecher schildern uns verbal was geschieht und in meinem Kopf manifestieren sich tatsächlich Bilder zum Geschehen, ein echtes Kopfkino!

Ich kann Ihnen nur empfehlen, es selbst mal auszuprobieren. Ich leugne nicht, dass ich mit dem einen oder anderen Hörbuch/-spiel meine Schwierigkeiten hatte (ganz wenige habe ich auch nicht bis zum Ende durchgehalten).
Bei anderen wurde ich dafür mit einer fantastischen Geschichte belohnt!

Lassen Sie mich Ihnen noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

Angefangen habe ich mit den tollen                             Ebenso Hörenswert die 2-stündige Hörspiel-      Sherlock Holmes-Hörspielen:                                       Umsetzung von Aldous Houxleys
                                                                                       "Schöne neue Welt":
   
QuelleDAV 
                                
                                Quelle: DAV 











Probieren Sie's aus! Schauen Sie sich bei uns um, und starten Sie Ihr eigenes Kopfkino.
Hier geht's entlang zu noch mehr -> Hörspielen und -> Hörbüchern.                                                        
TA

"Nein" sagen

Bei einem Besuch einer Bekannten fiel mein Blick in ihr Bücherregal. Als Bibliothekarin ist das ja nicht gerade ungewöhnlich für mich.  Ich hatte auch genügend Zeit dafür, da sie noch schnell ein paar Häppchen für den Nachmittag reichen wollte. Schön gerade standen sie, die Bücher, zwar nicht in alphabetischer Reihenfolge, aber zumindest auch nicht nach Farben sortiert. Mit Freude bemerkte ich, dass sie offensichtlich Gefallen an den Romanen und Kurzgeschichten von Stefan Schwarz empfand, denn die hatte sie (wie ich) nahezu komplett. Guck an - wird sie wohl auch den Harald Martenstein mögen… Aber ein Buch  schien mir besonders zerlesen zu sein. Sein Titel lautete: ‘Sag nicht ja, wenn du nein sagen willst‘.  Fragend legte ich es auf den Tisch und bemerkte augenzwinkernd, dass es wohl diese Botschaft nicht so ganz übermitteln konnte. Mich beschlich nämlich das ungute Gefühl, dass sie zu unserem gemeinsamen Nachmittag  so gar keine echte Lust gehabt hatte.

Klar, kennt jeder von uns. Situationen, in denen man bestimmt und freundlich ein glasklares NEIN hinschmettern möchte und doch ein erstaunliches JA ertönt. Der Anpassungsdruck in der Gemeinschaft und die Angst vor Zurückweisung oder Konflikten, die Sorge, jemanden verletzten zu können- dass sich sogar eine Tür für immer verschließen würde, spielen eine wichtige Rolle dabei. Manchmal aber auch einfach nur das Gefühl, etwas verpassen zu können.

Ein paar Nein-Sage-Hilfen wären da zweifelsohne von Vorteil:


Quelle: Redline Verlag
Quelle: Goldmann-Verlag
Quelle: Mosaik-Verlag

„Ich sag nicht ja, nicht mit ‘nem NEIN im Mund…“, singt Silly, muss man aber erst einmal können, nicht das Singen, versteht sich… ich meine so frank und frei, respektvoll und unmissverständlich, auch auf erneute Nachfrage hin, NEIN zu sagen.

Eventuell sind Sie schon auf dem besten Weg dahin, denn "NEIN" ist ein kompletter Satz und bedarf eigentlich weder einer Erklärung noch Rechtfertigung, oder erklären Sie etwa ein "JA" ?

Ich gebe zu – ich werde noch üben müssen...


Peter Turrini
Das Nein
das ich endlich sagen will
ist hundertmal gedacht
still formuliert
nie ausgesprochen.
Es brennt mir im Magen
nimmt mir den Atem
wird zwischen meinen Zähnen zermalmt
und verlässt
als freundliches Ja meinen Mund.                                                         J.S.

Ausflugtipps für Mecklenburg-Vorpommern

Bisher wurden wir nicht gerade verwöhnt mit konstantem Sonnen-  und Badewetter. Was also tun, wenn die Temperaturen und das viele Nass von oben keine Strandtage zulassen? Wie wäre es da zum Beispiel mit einem Ausflug zu den zahlreichen Künstler- und Dichterhäusern, die sich in unserem Bundesland befinden.

So kann man in Güstrow das Atelierhaus von Ernst Barlach (Bildhauer, Zeichner und Schriftsteller) besichtigen. Auf den Spuren Caspar David Friedrichs – einer der bedeutendsten Maler der Frühromantik – kann man in Greifswald gehen. Das ehemalige Wohnhaus des Schriftstellers Hans Fallada befindet sich in Carwitz in der wunderschönen Feldberger Seenlandschaft. Und in Kloster auf der Insel Hiddensee lädt das Gerhard Hauptmann-Haus zur Besichtigung ein. Hier lebte und arbeitete der Schriftsteller von 1926 bis 1943. Der Sommersitz des Autors ist eines der wenigen noch im Originalzustand erhaltenen Dichterhäuser.

Mein persönlicher Tipp ist jedoch die originelle Wohn- und Arbeitsstätte des Malers Otto Niemeyer-Holstein. Zwischen Koserow und Zempin, an der schmalsten Stelle der Insel Usedom gelegen, richtete sich der Künstler 1933 sein Refugium „Lüttenort“ in einem ausrangierten Eisenbahn-wagen mit den im Laufe der Jahre hinzugebauten Anbauten ein. Im vom Künstler angelegten Garten verbinden sich zahlreiche Plastiken und Skulpturen bekannter Künstlerfreunde mit der Natur.
 

Weitere Künstlerhäuser in Deutschland und im Ausland werden in folgenden Publikationen vorgestellt:

 
 
Kruse, Christiane: Wo sie lebten                                      Klier, Melanie: Künstlerhäuser


Bild: www.editionbraus.de




Bild: http://www.prestel.de/
A.H.

Sinn und Unsinn?

Natürlich nicht! 
Tatsächlich hat auch der Mann der Bloggerin Ang Lees Verfilmung nach Jane Austen "Sinn und Sinnlichkeit" - mit Alan Rickman als Colonel Brandon - gewürdigt.

Heute jährt sich der Todestag von Jane Austen zum 200. Mal!  Und noch immer wird Jane Austen gelesen, gesehen!, verfilmt und geliebt!  Und wirklich, ihre selbstbewussten Heldinnen Emma und Lizzy passen in unsere Zeit! (Das fand die Bloggerin schon, bevor sie "Lost in Austen" gesehen hatte.)


Bild: Knesebeck Verlag

Auf ihrer Südengland-Reise hat die Bloggerin Bath besucht, und ist natürlich auch auf den Spuren von  Jane Austen unterwegs gewesen! Im Jane Austen Centre war (unter anderen) Mr Darcy (nämlich Colin Firth) allgegenwärtig. In "Schokolade zum Frühstück" durfte Colin Firth den modernen Mr Darcy spielen...

Übrigens, wahrscheinlich ist Mark Strong der Bloggerin als Mr Knightley am liebsten, obwohl...

Aber bitte, sehen, hören und lesen Sie Jane Austen selbst in Ihrer Stadtbibliothek.      

RS