"Spontane Rebellion und Solidarität …"

Ein Lied, das mir momentan nicht aus dem Kopf geht. Es ist der Refrain des Titelsongs für den neuen Film „Tschick“ von Fatih Akin, der gerade in den Kinos angelaufen ist. Die Beatsteaks haben  „French Disco“ von Stereolab gecovert und den Text von Dirk von Lowtzow von Tocotronic übersetzen und singen lassen. Ein toller Song, der perfekt zum Film-Feeling aber auch zur derzeitigen politischen Situation passt. Als das Buch von Wolfgang Herrndorf 2010 erschien, hat es sofort mein Herz erobert. Das Hörbuch, wunderbar gelesen von Hanno Koffler, hat ein paar Freunde meines Sohnes damals inspiriert, innerhalb eines Projektes selber einen kleinen Film zu drehen. Es ist ein Text, der einen in jedem Alter berühren kann. Wie so oft in guten Romanen geht es um Freundschaft und Liebe, aber auch um Vertrauen und Solidarität. Der Autor Wolfgang Herrndorf hat sich 2013 das Leben genommen. Einer Verfilmung seines Romans hat er vorher noch zugestimmt, es sollte nur sensibel mit dem Text umgegangen werden! Das ist dem Regisseur Fatih Akin gelungen, man spürt, dass er die Figuren liebt, selbst jung geblieben und ein Rebell ist.
Link zur Filmseite

Ein Interview mit Fatih Akin.

Ein Interview mit den jugendlichen Hauptdarstellern.

Ein Interview mit Arnim Teutoburg-Weiß von den Beatsteaks. (auf der Seite oben rechts den Namen eingeben)

Buch und Hörbuch von Wolfgang Herrndorf können in der Stadtbibliothek entliehen werden, der Soundtrack wurde schon gekauft, er steht demnächst zur Verfügung. Lektürehilfen, sowie eine Unterrichtshilfe für ein Literaturprojekt zum Buch sind ebenfalls vorhanden. 
Zum Medienbestand.

Die DVD erscheint am 16. März 2017. Also: nicht warten und spontan ins Kino gehen  
Hier noch mal der Songtext zum Mitsingen:

Es ist sicherlich absurd
In dieser Welt zu leben
Sie erscheint dir sinnentleert
Doch zieh Dich nicht zurück

Spontane Rebellion
Und Solidarität
Sind Akte die erst wertvoll sind
Es ist nie zu spät

Lang ist es fort
Das Leben ist hart
Lang ist es fort

Es ist sicherlich absurd
In dieser Welt zu leben
Sie erscheint dir sinnentleert
Doch zieh Dich nicht zurück

Spontane Rebellion
Und Solidarität
Sind Akte die erst wertvoll sind
Es ist nie zu spät

BB

Es war einmal...


Am  3. Oktober 2016 begehen wir nun schon zum 26. Mal den Tag der Deutschen Einheit. Für mich bedeutet das, dass ich jetzt genauso so viele Jahre in der Bundesrepublik Deutschland lebe, wie  ich in der DDR gelebt habe. Sind es die prägenden Kinder- und Jugendjahre mit Kindergartenzeit, Schulzeit, Lehre, Studium, Geburt der Kinder, die mich die DDR noch immer so präsent sein lassen? Ich möchte diese Zeit nicht missen und bin dankbar, beide Gesellschaftssysteme kennen gelernt zu haben. Den goldenen Mittelweg gibt es nun mal nicht, aber immer Möglichkeiten  seinen eigenen Weg zu finden. C.G.
"Nicht alles war schlecht" Teil 1 + 2
 

Hund, Katze und andere (tierische) Mitbewohner

Haben Sie eigentlich Haustiere? Und ich meine jetzt nicht die gemeine Hausspinne, die fröhlich an der Wand hängt und diebisch ihre kleinen äh Vorderbeinchen aneinanderreibt oder Puck, die Stubenfliege, welche die nervtötende Angewohnheit hat, stimmungsvoll um einen herum zu fliegen.
Nein, ich meine so richtige Haustiere, wie z.B. ein Schaf, eine Kuh oder auch ein Pferd.
Falls es auch eine Nummer kleiner sein darf, erwähne ich gern auch noch Hunde, Katzen, Wellensittiche und weil Sie es sind, auch Hamster.
Ich gebe ja zu, dass ich bei der Frage ob Hund oder Katze ganz klar "Katze" antworte.
Es ist nicht so, dass ich bei Hunden schreiend das Weite suche und ich weiß auch, dass sie schon so ihre Vorzüge haben. So habe ich vorletztes Wochenende den weltbesten Fußballspieler in Form eines kleinen Mopses gesehen. So ein Ballgefühl! So eine Ausdauer!
Sa-gen-haft!
Allerdings fasse ich ungern einen Hund an, wenn ich mir danach nicht die Hände waschen kann. Das können Sie ruhig komisch finden, aber bei Katzen verspüre ich diesen krampfhaften Drang nach einem Wasserhahn nicht so sehr. (Vielleicht liegt es an der unterschiedlichen Beschaffenheit des Fells oder auch an der unterschiedlichen Herangehensweise an die Fellpflege...)
Sie haben sicher schon erraten, dass ich in meinen vier Wänden einen Vertreter der Katzen beherberge.

Der liebste Kater der Welt... Nicht (Foto: privat)
Mein kleiner Maine-Coone-Kater liebt im Übrigen Wasserhähne über alles. Leider ist er zu doof (oder zu schlau, wer weiß das schon?), um aus einem Wassernapf zu trinken (wozu, wenn man auch alles so schön über den Boden verteilen kann?). Aber Wasserhähne versprechen den Himmel auf Erden! Laut Internet steht mein tierischer Mitbewohner mit dieser Vorliebe auch nicht alleine da. Und das Beste ist, mein Kater ist lernfähig! Es reicht ja nicht, darauf zu warten, dass irgendwer die Güte besitzt den Wasserhahn im Bad mal anzumachen. Oh Nein!!! Wenn man es lange genug probiert, schafft man es auch ganz allein in der Küche. Vorzugsweise dann, wenn die zweibeinigen Mitbewohner gerade in den Urlaub gefahren sind. Falls Sie jetzt gerade denken "Wie? Was?" - Ja, so habe ich auch reagiert, als meine Vermieterin mich mitten auf der wunderschönen Insel Rhodos angerufen und gefragt hat, ob wir einen Wasserrohrbruch bei uns in der Wohnung haben. "Ähm, nein?!?" Hatten wir auch nicht. Nur einen Kater, der es geschafft hat, den Wasserhahn in der Küche anzumachen und die ganze Gerätschaft so weit nach links zu drehen, dass das Wasser auch ja n-e-b-e-n dem Abfluss in die Küche läuft. Alles andere hätte ja auch nur halb so viel Spaß gebracht. Den Gesichtsausdruck (sagt man das so bei Tieren?) von meinem Katzentier hätte ich schon gern gesehen, so á la Zauberlehrling:

"...Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los...
"

 
Beweismittel B: Kater am Wasserhahn (Foto: privat)
Bevor er es allerdings geschafft hat, dass ganze Haus unter Wasser zu setzen (wir wohnen ganz
oben), nahte zum Glück Hilfe und diese stellte das Wasser rechtzeitig ab, bevor Schlimmeres passiert ist. Naja obwohl, ich wohne inzwischen auf blankem Estrich, weil das Laminat im Wohnzimmer und dem angrenzendem Flur raus musste und ein Lüfter sorgt jetzt für angenehme Hintergrundbeschallung. Letzteren werde ich hoffentlich bald wieder los und dann sollte auch das neue Laminat nicht lange auf sich warten lassen...
Sie merken, mit einem vierbeinigen Mitbewohner kann man was erleben! Ich erzähle Ihnen auch lieber nicht, dass mein Kater auch selbstständig Türen aufmachen kann und meinen Besuch öfter im Bad überrascht, wenn dieser nicht abschließt...


Und weil in einem Post über Katzen natürlich keine Katzenvideos fehlen dürfen, hier nochmal zwei von den berühmt berüchtigten Katzen Maru und Simon´s Katze:

Maru:



Simon´s Katze (möchte ich entleihen):





Und falls Sie gerade überlegen, ob Sie lieber einen Hund oder eine Katze in Ihr trautes Heim einziehen lassen wollen, nehmen Sie einfach beides. Mehr Tiere = mehr Spaß! Versprochen!

PS: Seit neuestem haben wir in der Küche übrigens einen neuen Wasserhahn. Sicher ist sicher!

KB

10.09. - Tag der deutschen Sprache

Nun sagen Sie bloß, dass Sie das nicht wussten! Ganz ehrlich, mir war dieses Datum auch nicht gegenwärtig, wenn nicht unsere Stadtbibliothek vom Verein Deutsche Sprache e.V. für ihren vorbildlichen Umgang mit selbiger ausgezeichnet werden würde. Den Tag der deutschen Sprache initiierte der Verein schon 2001  und seitdem findet er jährlich jeden zweiten Samstag im September statt.

Namhafte Mitglieder dieses Vereines sind zum Beispiel: Bastian SickHaPe KerkelingNina Ruge – Prof. Dr. Dr. Reinhard Selten (Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften) – Dr. Dieter Wedel, um nur einige zu nennen.
Den Kulturpreis Deutsche Sprache, der vom Verein, zusammen mit der Eberhard-Schöck-Stiftung geschaffen wurde, erhielt neben Ulrich Tukur, Peter Härtling, Udo Lindenberg und Cornelia Funke, dieses Jahr auch Katharina Thalbach.
Jetzt sind wir alle schlauer und bestens informiert. Auch habe ich bisher kein einziges englisches Wort  oder, unkritisch eingesetztes, Fremdwort benötigt. Obwohl… initiiert… Das klingt aber auch irgendwie geschmeidiger, als ‚angeregt‘, ‚veranlasst‘ oder gar ‚angestoßen‘.
Und Anglizismen?
Viele Deutsche haben das Bedürfnis, zur Benennung der Welt nicht ihre eigene Sprache zu benutzen“, bemerkt der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Dr. Walter Krämer. "Die Londoner "Times" hat das einmal als "linguistic submissiveness" (sprachliche Unterwürfigkeit) bezeichnet."
So, das nenn' ich mal eine Ansage. Eine Sitzung ist aber auch, bloß weil es zum ‚meeting‘ geht, nicht wirklich spannender.
 

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache sieht allerdings gar keine Bedrohung in den Anglizismen. „Sprachen beeinflussen sich schon immer, da gab es seit jeher einen regen Austausch“, sagt Sprachberater Lutz Kuntzsch. Er hält sie dort für sinnvoll, „wo sie berechtigt sind, etwas Neues ausdrücken und sich ins Deutsche einfügen“. „Gegen Wörter wie googeln oder mailen haben wir überhaupt nichts, weil es unökonomischer wäre, das mit deutschen Wörtern auszudrücken.“
Eine Liste mit etwa 8000 Anglizismen hat der Verein für Deutsche Sprache zusammengetragen, bei denen unterschieden wird, welche Wörter das Deutsche ergänzen, differenzieren oder verdrängen.

Inzwischen scheint es allerdings so, als wäre die zunehmende Verbreitung von Anglizismen einfach auch reine Pragmatik. Zumindest dürften praktische Gründe eine große Rolle dabei spielen, dass wir unsere E-Mails auf unserem Smartphone checken und nicht unsere elektronische Post auf unserem klugen Handtelefon überprüfen...  Wir sollten aber ab und zu daran denken, dass unsere Muttersprache auch elegant und effizient sein und ein overload englischer Begriffe den flow eines Textes beträchtlich stören kann, von der allgemeinen Verständlichkeit einmal ganz abgesehen.

Ob allerdings auch der Klang unserer Sprache angenehm klingt? Beurteilen Sie doch bitte selbst….
J.S. 
So:


Oder So:


Lebensfreude

Hinter mir liegt ein recht ungewöhnliches Wochenende. Zu meiner eigenen Überraschung stimmte ich dem Vorschlag einer Freundin zu, ein Lebensfreude-Festival in Travemünde zu besuchen. Bisher kannte ich Esoterik, Yoga und Co. nur vom Hörensagen, aber das ließ sich ja ändern. Auf einem nahegelegenen Zeltplatz wurde gecampt und von dort ging es Samstag und Sonntag zum Gelände.
Der erste Eindruck war etwas ernüchternd. Neben einer festen Bühne mit überdachten Sitzplätzen, gab es zwei Reihen Stände mit Angeboten aus dem esoterischen und sportlichen Bereich, ein paar Foodtrucks sowie ein Kinderareal vom Zirkus. Es war kühl und der Himmel grau, genau wie die Haare vieler Besucher - hauptsächlich Urlauber im Rentenalter. Statt Festival- überwog der Messecharakter und von Lebensfreude spürte man nicht viel.

Kopfüber entspannt
Die Stimmung hellte sich glücklicherweise auf, als die "Mitmach-Aktionen" starteten. Wir nahmen an einer Meditation und diversen Yoga-Kursen teil z.B. Kopfstand- und Faszienyoga, erfuhren Wissenswertes über ätherische Öle und sahen bei einem schamanischen Erdheilungsritual zu. Jede Menge Spaß brachte das Jumping. Zu cooler Musik hüpften wir auf Minitrampolinen und folgten den Anweisungen der Trainerin (z.B. mit aller Kraft das Trampolin in den Boden stampfen). Das erfordete Koordination und Ausdauer, hinterließ dafür reichlich Glücksgefühle. Zugegeben, nicht jedes Produkt konnte mich so begeistern, aber immerhin brachte mich einiges zum Schmunzeln. Erhältlich waren u.a. Einhornessenzen, CDs mit Seelenklängen inspiriert von Einhörnern, spirituelle Malerei, Totenköpfe aus Heilsteinen (irgendwie paradox) sowie Bambustoilettenpapier. Neugierige konnten sich von Wahrsagerinnen aus der Hand lassen. Wir erfreuten allerdings lieber unsere hungrigen Bäuche mit vegetarischen BurgernFrozen Yogurts und Crepes.


Sonnengruß auf dem Zeltplatz
Der zweite Morgen bescherte uns angenehme Sonnenstunden. Wir genossen sie bei einem Strandspaziergang, einer letzten Yoga-Runde und beim Picknick.
Für mich war dieser Ausflug eine kleine Auszeit vom Alltag. Ich konnte neue Erfahrungen sammeln und habe wieder gemerkt, wie wichtig und schön es ist, solche Erlebnisse mit Freunden zu teilen. Frische Luft, Sonne, Bewegung, leckeres gesundes Essen und etwas mehr Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und anderen...einfache Dinge, die viel Postives im Leben bewirken können.

Im Nachhinein hätte ich gerne noch das ein oder andere ausprobiert. Doch es fehlte an Zeit und manchmal an Mut. Wie gut, dass es in der Stadtbibliothek so ein umfangreiches Angebot an Yoga-DVDs und Medien über achtsames Leben und Meditation gibt. Damit hole ich mir weitere Anregungen und vielleicht auch ein bisschen "Festival-Feeling" nach Hause. 

Lebensfreude in Rostock
S.Sch