Projekt A - Eine Reise zu anarchischen Projekten in Europa

Bildquelle: http://www.projekta-film.net/de/
Der Dokumentarfilm PROJEKT A taucht ein in die vielschichtige Welt der Anarchisten und bricht mit den gängigen Klischees über Steinewerfer und Chaoten. Er eröffnet viel mehr den Blick auf eine Bewegung, die das Unmögliche fordert, an den Grundfesten unserer Gesellschaft rüttelt und gerade deshalb das Augenmerk auf zentrale ungelöste Fragen unserer Zeit lenkt. Der Film handelt von einer politischen Bewegung, ihrer Theorie und den Menschen, die sich für deren Verwirklichung einsetzen.
Hanna, Mariano, Didac, Margarita und Makis sind Anarchisten. Sie träumen von einer freien Gesellschaft. Sie entwerfen konkrete Visionen einer anderen Welt und versuchen diese in ihrem Leben umzusetzen. Sie glauben daran, dass Menschen herrschaftsfrei leben können, ohne Staat, ohne Polizei, ohne Gesetze und Justiz – aus heutiger Sicht eine absurde Vorstellung.
Ihr Leben ist ein Ringen mit Obrigkeiten, Konventionen und Vorurteilen. Egal ob in Spanien, Griechenland oder Deutschland, überall treten sie für ihre Ideale ein und bleiben trotz aller Rückschläge und auch Repressionen durch den Staat kämpferisch. Anarchie ist ein radikaler Ansatz und die Protagonisten von PROJEKT A stellen die Grundprinzipien der kapitalistischen Weltordnung in Frage.
Und damit sind sie nicht mehr alleine. Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus stellen weite Teile der Gesellschaft ebenso den Kapitalismus als zukunftsfähiges Gesellschaftsmodell in Frage. Welche Alternativen bietet der Anarchismus?
PROJEKT A geht dieser alten und zugleich neuen Idee nach und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise zu anarchistischen* Projekten.
 
 
 

 
 KW

"Ganz allein in einer fremden Stadt…"

An welche europäische Stadt müssen Sie denken, wenn Sie nur diese kleine Textzeile aus einem berühmten Schlagerlied sehen?
Wenn Ihnen jetzt spontan die niederländische Hauptstadt einfällt, liegen Sie goldrichtig.
Ab und zu ist es für mich mal ganz schön, sich ein kleines Wochenende zu schnappen und eine Stadt unsicher zu machen. 
Vor einiger Zeit war es mal wieder soweit und im winterlosen Februar zog es mich, gemeinsam mit zwei Reisebegleitern in den Westen (also gut, "ganz allein" war ich nicht).
Nun gibt es zwei Arten, um an solch einen Kurztrip (wenn Datum und Ziel schon feststehen) ran zu gehen:
-       Möglichkeit A): Man plant alles minutiös, was man wann machen möchte und wo man überall hinein möchte. Vor allem schaut man, ob man für die gewünschten Museen etc. Online-Tickets kaufen kann und kauft diese selbstverständlich.
-       Möglichkeit B): Man lässt sich einfach treiben und schaut, was so passiert.

Sie ahnen es sicher: Ich habe mich für Möglichkeit B) entschieden. Das Problem war nur, dass sich meine beiden Reisebegleiter ebenfalls für diese Möglichkeit entschieden haben.
Das ist natürlich sehr schön, weil man so auf dem gleichen Level ist und keiner von Museum zu Sehenswürdigkeit hetzt. Allerdings verpasst man womöglich gerade die Attraktionen, die man sich, mit ein bisschen Vorbereitung, auf jeden Fall angesehen hätte.

Es folgt nun ein etwas längerer Reisebericht. Wenn Sie darauf keine Lust haben, können Sie sich auch einfach ein paar Reiseführer über Amsterdam ausleihen und sich selbst ein Bild von der Stadt machen…

"Ein Bild von der Stadt" (Bild: privat)
Doch von vorn: Unser kleiner Städtetrip startete an einem Samstag, morgens in der Frühe von Berlin Schönefeld. Hier schon mal der erste Tipp: Wenn Sie von Schönefeld aus losfliegen möchten, planen Sie auf jeden Fall ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrolle ein. Ansonsten haben Sie womöglich das gleiche Problem wie wir, nämlich, dass Sie 15 Min. vor Abflug (!) immer noch in der Warteschlange derselben stehen. Sie können mir glauben, nichts stresst einen so sehr, als Leute, die es nicht schaffen, schon VORHER ihre Flüssigkeiten aus ihrem Gepäckstück zu nehmen und dann, wenn sie endlich dran sind, anfangen danach zu suchen…
Nach erfolgreicher Durchsicht, hechteten wir im Schweinsgalopp zu unserem Gate, welches natürlich eins von den hinteren war (zwischenzeitlich hatte ich mich schon darauf eingestellt, dass wir das Wochenende fröhlich in Berlin verbringen). Die Ironie folgte sofort: Während wir es mit Mühe und Not zum Gate schafften, warteten wir dann nochmal gefühlt 5 Stunden (in Wirklichkeit waren es „nur“ 5 Minuten) zusammengequetscht in einem Minibus, der uns zum Flieger bringen sollte. Hätte man das vorher gewusst… Wär man wahrscheinlich trotzdem durch den Flughafen gehetzt.
Aber endlich saßen wir auf unseren Sitzen, im richtigen Flieger auf dem Weg nach Amsterdam. Nun hätte man den kurzen Flug ja dazu nutzen können mal einen intensiven Blick in unsere Reiseführer zu werfen. Hätte man. Stattdessen hörte ich lieber ein bisschen Musik und ruhte mich von dem vorangegangen Stress aus…
Nach anderthalb Stunden erreichten wir die Grachtenstadt. Der Blick von oben war zumindest schon mal vielversprechend. 

Wasserstraße in Amsterdam (Bild: privat)
Mit dem Bus ging es dann hinein ins Abenteuer und die halbstündige Fahrt nutzte ich nun endlich, um mal einen kleinen Blick in die Reiseführer zu werfen. Ahja, um ins Anne Frank Haus zu kommen, wäre es ratsam vorher Online-Tickets zu kaufen, da von 09:00 Uhr bis 15:30 Uhr nur Personen mit einem Online-Ticket in die Sehenswürdigkeit gelassen werden. Na super! Ansonsten gibt es noch ein Historisches Museum über Amsterdam, wo man etwas über die Stadtgeschichte erfahren kann. Leider waren meine Mitreisenden nicht so angetan von der Idee, stundenlang durch ein Museum zu wandern. Dann eben nicht!  Damit schieden aber dann auch andere Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Van Gogh Museum gleich mal aus. Also doch lieber erstmal durch die Stadt streifen und sehen, was so passiert…
Erstmal passierte folgendes: Nämlich Frühstück. Wir hatten noch nichts gegessen, also suchten wir uns erstmal einen kleinen, aber feinen Laden, wo man gemütlich Leute schauen und Pannekoeken essen konnte. Ich gebe zu, dies geschah auf Wunsch einer einzelnen Dame. Aber ich war schon von meinen vorherigen Besuchen in den Niederlanden sehr angetan von dieser Spezialität und auch meinen Mitreisenden ging es nach dem Probieren, zum Glück, ganz ähnlich.



Anne Frank Haus (Bild: Monica D.; Flickr)
 Frisch gestärkt, ging es an die Eroberung der niederländischen Hauptstadt. Erst einmal zog es uns zu dem Haus, in dem sich Anne Frank mit ihrer Familie während der Nazizeit versteckt hat. Denn was so in Reiseführern steht, kann ja unmöglich der Wahrheit entsprechen. Tat es aber leider doch. Das Schlimme war, die Schlange war für Leute mit Online-Ticket schon recht lang, da wollten wir gar nicht wissen, wie es ist, wenn der Einlass für alle offen ist… Also gut, dann eben später nochmal wiederkommen und einen neuen Versuch starten...
Die Wahrheit ist: Insgesamt starteten wir drei Versuche um in das Haus zu gelangen. Leider erfolglos. Somit wird dies auf keinen Fall der letzte Besuch in Amsterdam gewesen sein...

Wir wanderten also weiter durch die Stadt und ließen uns treiben. Ein bisschen Sightseeing hier und ein paar kleine Lädchen dort. (Die Läden, wo es alles außer Kaffee gab, mieden wir übrigens, weil wir ein bisschen genervt von dem süßlichen Geruch waren, der daraus strömte.) Irgendwann schafften wir es so auch zum Dam, dem großen Hauptplatz. 


Der Dam in Amsterdam (Bild: privat)
 
Größter Mann der Welt

Dort befindet sich neben Madame Tussaud´s Wachsfigurenkabinett auch das Ripley´s. In das letztere Museum könnte man ja mal ganz kurz einen Blick rein werfen, dachten wir uns. Weil, wir wollte ja eigentlich nicht stundenlang von Exponat zu Exponat laufen. Der "kurze Blick" dauerte alles in allem ganze drei Stunden. Das Museum hat den Zusatz „Believe it or not“. So war das Museum voll von Kuriositäten, merkwürdigen Rekorden und anderen Absonderlichkeiten, welche man ausgiebig bestaunen konnte. Vor allem konnte man teilweise auch was Ausprobieren. Also falls Sie Kinder haben und Sie nicht so richtig wissen, wohin mit denen, schicken Sie sie in das Museum und Sie haben getrost ein paar Stunden Ihre Ruhe. Das Geld für den Minifilm in 5-D danach kann man sich übrigens getrost sparen. 
Man findet aber in dem Museum nicht nur eine lebensgroße, mechanische Figur vom größten Mann der Welt, sondern kann sich in einem Labor auch mit Aliens fotografieren lassen. Zusammengetragen hat dies übrigens ein gewisser Herr Ripley, der fröhlich die Welt bereist hat, um genau solche Kuriositäten zu finden. In dem Museum gibt es nichts, was es nicht gibt...
                                                                                                                                                                             (2,72 m) (Bild: privat)
Nightlife in Amsterdam (Bild: privat)
Nach diesem unerwarteten Museumsüberfall waren wir etwas fertig mit der Welt. Also nur ein kurzes Abendbrot (es gab übrigens Burger, aber fragen Sie mich nicht, wo) und dann ab zum Hotel…
Am nächsten Tag liefen wir noch ein bisschen in der Stadt umher, freuten uns, wenn wir etwas wieder erkannten und machten wiederum das ein oder andere Geschäft unsicher. Irgendwann zog es uns in die Nähe von einem Ablegesteg für die Grachten, so dass wir die Gelegenheit gleich beim Schopfe packten und uns die Stadt vom Wasser aus ansahen. 
Waren wir vorher noch etwas unsicher, wie wir die Stadt nun eigentlich finden sollten, waren wir während der Grachtenfahrt ganz entzückt von den Wasserwegen und von den Erklärungen, die wir während der Rundfahrt erhielten. Auf jeden Fall war die Grachtenfahrt ein kleines Highlight, welches ich unbedingt weiter empfehlen kann. Vielleicht sogar als Startpunkt, bevor man die Stadt unsicher macht, weil man erstens ein Gefühl für die Stadt bekommt und zweitens erklärt bekommt, warum die Grachten überhaupt angelegt wurden (und nein, dieses Geheimnis verrate ich Ihnen jetzt nicht). 
Auf jeden Fall hatten wir danach zum ersten Mal auf der Reise einen Plan, nämlich noch einmal den Hafen anschauen. Gesagt, getan. Dies war dann auch die letzte Station auf unserer Mini-Tour bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten...

Hafen in Amsterdam (Bild: privat)

Fazit:
Bitte planen Sie Ihren nächsten  Kurztrip. Vor allem, wenn Sie "ganz allein in einer fremden Stadt" sind. Ansonsten verpassen Sie womöglich genau die Highlights, welche Sie mit ein bisschen Vorbereitung gesehen hätten. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schön, sich einfach mal treiben zu lassen. So sieht man Gegenden, welche man, "stur mit Reiseführer", vielleicht gar nicht zu Gesicht bekommen hätte.
Ansonsten ist Amsterdam eine spannende Stadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Ich werde mir das nächste Mal das Historische Museum und das Anne Frank Haus (mit Online-Ticket) vornehmen.
Besonders gefallen hat mir die Grachtenfahrt, aber auch die vielen kleinen Lädchen luden wunderbar zum Bummeln ein. 
Probieren Sie die Pannekoeken und auch das niederländische Bier soll ganz gut schmecken (das habe ich mir zumindest sagen lassen).

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
  KB

„Kompass für die Ohren“

Deutscher Hörbuchpreis 2017

Bild: Deutscher Hörbuchpreis

Seit erstmals im Jahr 2003 Hörbücher vom Verein Deutscher Hörbuchpreis mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurden, hat sich dieser als wichtiges Qualitätssiegel für Handel und Verbraucher etabliert. Ausgezeichnet werden deutschsprachige Hörbuchproduktionen, die in besonderer Weise die Stärken und Möglichkeiten des akustischen Mediums präsentieren. Selbstverständlich stehen die preisgekrönten Hörbücher auch in der Stadtbibliothek Rostock zum Entleihen zur Verfügung.





Bild: Deutscher Hörbuchpreis

Beste Interpretin:
 Thea Dorn
der Hörverlag
Preisträgerin: Bibiana Beglau




Bild: Deutscher Hörbuchpreis
Bester Interpret:
Friedrich Ani
Hörbuch Hamburg Verlag
Preisträger: Ulrich Noethen



Bild: Deutscher Hörbuchpreis
Beste Unterhaltung:
Joachim Meyerhoff
Random House Audio




Bild: Deutscher Hörbuchpreis
Bestes Hörspiel:
Frank Witzel (Buch, Bearbeitung und Musik), Leonhard Koppelmann (Bearbeitung und Regie)
belleville Verlag Michael Farin / Bayerischer Rundfunk


Bild: Deutscher Hörbuchpreis
Bestes Sachhörbuch:
Hans Sarkowicz
der Hörverlag / Hessischer Rundfunk




Bild: Deutscher Hörbuchpreis
Bestes Kinderhörbuch:
Ute Krause
cbj audio
Preisträger: Stefan Kaminski



Weitere Informationen unter: http://www.deutscher-hoerbuchpreis.de

C.G.

Ist das Kunst...


(Bild: Privat)
...oder kann das weg?
Diese Frage stellt sich wieder ab dem 09. März in der Kunsthalle Rostock. Bereits zum 8. Mal findet dort die Ausstellung "Rostock kreativ" statt. Zahlreiche Hobby- und Freizeitkünstler aus der Region haben ihre Werke eingereicht und können von den Besuchern bewertet werden. Dabei erfreut sich die Veranstaltung Jahr für Jahr wachsender Beliebtheit. Zu sehen sind Arbeiten aus verschiedenen Genres: Malerei, Zeichnung, Plastik und Kunstfotografie.



(Bild: Privat)
Die Ausstellungsstücke sind so vielseitig wie die Motive. So manches Landschaftsbild spiegelt die Nähe zur Ostsee wider, aber auch Gesellschaftskritisches, Abstraktes oder ganz Persönliches findet Platz an den weißen Wänden. Oft ist man beeindruckt, aber ab und zu denkt man doch: Das könnte ich auch, sogar besser.
Vielleicht geht es Ihnen genauso und Sie bekommen Lust etwas Eigenes zu gestalten? Also warum nicht mal Neues ausprobieren. Denn in jedem steckt ein kleiner Künstler


(Bild: Privat)
Anregungen und Anleitungen finden Sie wie immer im Bestand der Stadtbibliothek:

Zeichnen
Malerei
Fotografie
Skulpturen
Plastisches Gestalten
u.v.m.




Lassen Sie sich bis zum 19. März in der Kunsthalle inspirieren, stimmen Sie für Ihre Favoriten ab und entdecken Sie bestenfalls Ihre eigene Kreativität.

S.Sch

Die Tage werden wieder länger


Foto: privat
Wie schön! Aber leider kommt mit dem Frühling und der Helligkeit auch das ans Tageslicht, was lieber hätte im Dunkeln bleiben sollen. Streifen an den Fensterscheiben zum Beispiel, Staub oder Wollmäuse an äußerst verborgenen Stellen. Ich finde doch tatsächlich eine Haarspange (seit längerem vermisst) und eine Parfumprobe, die  in der Couchritze ein jämmerliches Dasein fristeten. Meinen, plötzlich auf absolute Reinlichkeit bedachten, Augen entgeht jetzt nichts mehr. Über Parfumprobe und  Haarspange freue ich mich. Auch über Kleingeld, das möglicherweise  aus der Hosentasche den Weg in die Couch gefunden hätte, wäre ich erfreut gewesen, dem Rest jedoch muss generalstabsmäßig zu Leibe gerückt werden. Das Zauberwort heißt hier unmissverständlich  „Frühjahrsputz“.
  
Die Zeit, in der sich mein Frühlings-Ich jedes Jahr überraschend neu erfindet, ist wohl auch die Zeit, in der sich Putzmittelhersteller die Hände reiben.  Alle Froschs, Biffs, Bangs und Proppers buhlen leuchtend bunt um meine Gunst, um in Maracuja-Fliesenreiniger, Limette-Kalkentferner oder Sommerbrise-Urinsteinlöser zu investieren. 
Mit Erfolg. Ich investiere. Das wäre erledigt. Doch momentan suche ich noch nach einem geeigneten Termin für die kernsanierende Reinigung meiner Wohnung, denn in den vergangenen Februartagen wurde ich von Frühlingsgefühlen (schließlich war ja auch der 14.!) getragen, die keinerlei Raum für niedere Putztätigkeit ließen.
Allerdings widersetzt sich nun ein weiteres Phänomen meinem Drang nach Reinlichkeit - die Frühjahrsmüdigkeit!

Standhaft versuche ich mit Selbstmotivation dieser falschen Freundin die Kante zu zeigen. Motivationshilfen (ein Kollege erwähnte sie bereits in einem anderen Post) finde ich ja genug, nicht nur zu diesem Thema und nicht nur im Frühling.

Bis ich jedoch wirklich motiviert genug bin, schaue ich lieber nach, was es so für neue Spielfilme und Serien  in der Bibliothek gibt und… das könnten Sie doch eigentlich auch einmal tun.    J.S.